Fouta Djallon

Ein erneuter Besuch von Mali verdeutlicht uns, dass hier wirklich alles auf Felsen gebaut ist. Es existiert quasi keine Straße, nur verschiedene Fels-schichten die mehr oder minder zufällig zwischen den Häusern einen Weg bilden. Die Straße zu passieren ist eigentlich nur Geländefahrzeugen, uralten LKW’s oder Motorrädern möglich. Der wenige Verkehr der hier überhaupt existiert ist aber fast ausschließlich auf Motorrädern bis 125cm³ zu beschränken. Üblicherweise können diese mit bis zu vier Personen und unmengen an Reissäcken beladen werden. Obwohl keine Straße existiert und somit ein immenser Dreck entsteht sind die Motorräder bis ins kleinste Detail poliert. Die meisten Chromteile werden hier sogar permanent in Luftpolsterfolie eingepackt, damit sie an Festtagen noch mehr strahlen.


Der Weg in den zivilisierteren Süden Guineas ist erneut nur auf unbefestigten Pisten zu meistern. Man passiert landschaftlich sehr schöne wenngleich einsame Gegenden. Die Abfahrt von Mali in Richtung Labe schlägt sich zunehmends in einem Temperaturanstieg nieder. Die Landschaft wird entsprechend noch grüner und uns begegnen immer mehr Tropenhölzer und Bananenstauden. In Labe angekommen muss man feststellen, dass auch hier kein Wasser oder Stromnetz, von einer Kanalisation ganz zu schweigen, existiert. Jeder, der es sich leisten kann, hat ein Aggregat im Hof oder neben seiner Marktbude stehen um zu mindestens einen Kühlschrank zu betreiben.


In der Nähe von Pita wurden uns empfohlen die Wasserfälle bei Kambadaga zu besichtigen. Leider führt der Kokoulo am Ende der Trockenzeit sehr wenig Wasser, aber die Aneinanderreihung von drei Wasserfällen hintereinander bietet schon so ein interessantes Panorama. Eine Hängebrücke stellt hier eine besondere Mutprobe dar, da ihre labile Konstruktion wohl nur durch Materialknappheit zu erklären ist. In der Regenzeit stellt sie allerdings die einzige Verbindung zu einer Siedlung auf der anderen Flussseite her. Nach erheblichen Diskussionen mit dem lokalen „Guide“ über Sinn und Unsinn seiner absurden Geldforderung (Ecotourism) konnten wir wenigstens direkt am Ursprung der Fälle übernachten.

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